Bienchen summ herum…

Seit Jahren träumen Michael und ich von den ein oder anderen Sachen, die wir erleben oder machen möchten in unserem Leben. Dazu gehört auch der eigene Garten, mit dem wir uns so weit möglich selbst versorgen. Was in so einem Garten natürlich auch nicht fehlen darf, sind Tiere!

In unseren Träumereien wünschen wir uns deshalb auch immer ein paar Hühner, die in einem alten Bauwagen leben, Michael möchte gerne Tauben züchten (die mir nicht so wichtig sind 🙂 ) und selbstverständlich gehört auch ein Tier in den Garten, ohne dass er niemals das wäre, was er ist: die Honigbiene! 

Seit unserer Kindheit war die Biene für uns beide ein faszinierendes Geschöpf (puh, wie dankbar wir sein können, dass wir halbwegs gleich ticken 😀 )… Und nachdem wir das Grundstück bekommen hatten, nahm auch dieser Traum in unseren Köpfen langsam Gestalt an! 

So weit so gut: Vorgestern war es endlich so weit 😀 Wir haben das ganze nicht an die große Glocke gehängt, weil wir unsere Familien „überraschen“ wollten mit unseren neuen Gartenmitbewohnern! Zwei Völker haben wir jetzt seit Montag in unserem Garten (für jeden von uns eins ^^).

Links Michaels, rechts Hannahs Beute :) Wenn man genau schaut, sieht man sogar Bienen am Flugloch
Links Michaels, rechts Hannahs Beute 🙂 Wenn man genau schaut, sieht man sogar Bienen am Flugloch

Aber von Anfang:

Wir wollten eigentlich noch bis zum nächsten Jahr warten mit der Bienenhaltung, weil wir dachten, dass uns der Garten schon genug fordert! Das tut er auch, aber wir sind wirklich heiß auf mehr 😀 Da wir möglichst ökologisch anbauen und leben wollen, überlegten wir zunächst, die Bienen in einer Bienenkiste zu halten, und bestellten dafür das entsprechende Buch. Wir lasen es beide, ungefähr Anfang Mai, und von da an war für uns klar: Wir brauchen die Bienen noch dieses Jahr! Da die Bienensaison nach Mittsommernacht Ende Juni bereits wieder langsam dem Ende zugeht, wurde es auch höchste Zeit!

Wir kontaktierten den Vorsitzenden des örtlichen Imkervereins, da wir uns auf gar keinen Fall ohne professionelle Helfer und auch einfach freundliche Mitimker an diese Aufgabe machen wollten! Die Bienen sind auch wirklich eine Wissenschaft für sich! Aber faszinierend und wie so vieles im Garten: wunderschön! Vom Vorsitzenden wurden wir prompt in dessen Garten eingeladen, um seine Bienenvölker zu begutachten. Dort waren wir Anfang Juni, um uns einen Eindruck zu verschaffen. Und wenn bis dahin noch Zweifel waren, so hatten diese sich dann erledigt! Die Bienen waren faszinierend, wirklich!!! Prompt wurden wir mit einem geschenkten Glas Honig und Stockmeißel (wichtiges Werkzeug für Imker!) angeworben und direkt für den nächsten Tag zum Vereinstag eingeladen. Leider konnten wir nicht, aber unser Entschluss stand trotzdem fest! 

Bienen gehören auf Blumen! Und da wir Blumen haben und Pflanzen von denen wir wollen, dass sie bestäubt werden, dann können wir uns auch um die Bienenvölker kümmern! In freier Wildbahn kann die Honigbiene dank eingeschleppter Parasiten nicht mehr überleben! Man mag zu Tierhaltung und tierischen Produkten stehen, wie man will, aber ich sehe es als Verantwortung des Menschen, sich um die Tiere zu kümmern, denen er die Überlebensmöglichkeiten so schwierig gemacht hat! Des Weiteren nehmen Bienenbeuten nicht viel Platz weg und machen wenig Arbeit! Also… wir fanden keinen Grund, es nicht zu tun! Da wir nicht vegan leben, werden wir auch den Honig ernten, obgleich wir versuchen werden, den Bienen den Anteil, den sie brauchen, zu lassen! Möglichst ökologisch und harmonisch eben 🙂

Die Bienen die wir im Garten unseres neuen „Bienenpaten“ sahen, lebten nicht in einer Bienenkiste, sondern in Magazinbeuten. Das sind Kisten (bis zu 5), die übereinandergestapelt und eben auch entsprechend auseinandergebaut werden können! Für den Imker ist das die praktischste Art zu imkern (oder eine der praktischsten Arten), und auch für die Biene kam uns diese Methode ganz fair vor! Für die verschiedenen Arbeiten muss man schließlich nicht das ganze Volk (insbesondere Königin) belästigen, sondern kann kistenweise die To-do-Liste abarbeiten! Da es außerdem deutlich einfacher ist, als Neuimker einzusteigen, entschieden wir uns auch für Magazinbeuten im sogenannten Zandermaß (von Bienenbedarf Geller in Aachen). Kaum eine Woche später hatte jeder von uns ein komplettes Set mit Boden, drei Zargen, Absperrgitter (sodass die Königin keine Eier in den Honigraum legt), Deckel und natürlich mit den Rähmchen, in den die Bienen ihre Waben bauen. Außerdem benötigten wir einen Smoker zum Beruhigen der Bienen und einen Bienenbesen, um die Tierchen ggf. von den Waben zu fegen. Ach ja, und Bienenstichsalbe, denn dass man gestochen wird passiert natürlich! Auch wenn die Bienen friedliche Tierchen sind: Dass eine sich in Haaren verheddert oder einfach nur gegen den Imker prallt, kommt halt vor und ist natürlich ein verständlicher Grund für die Biene, einen Schreck zu bekommen 🙂

Vorgestern bekamen wir dann endlich unser eigenes Volk durch einen sogenannten Ableger. Das sind ungefähr 5 Rähmchen, die mit ein paar Bienen mit Brut, etwas Honig als Vorrat und einer Königin in einer Zarge zu ihrem neuen Standort gebracht werden, um dort ein neues Volk zu „gründen“! Gestern war auch schon ordentlich was los am neuen Bienenstand, die Tiere müssen sich ja erstmal umschauen und die Gegend erkunden! Erstmal lassen wir sie jetzt in Frieden, damit sie sich daran gewöhnen können und fleißig und in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können 🙂

Was wichtig ist für Neuimker (und was auch noch auf unserer To-do-Liste steht):

  • Beim örtlichen Tierarzt melden
  • die Stadt informieren
  • dem Imkerverein beitreten (für Versicherungen, klar, aber auch für die Kontakte und freundlichen Menschen ^^)

Bis in den Herbst wird sich das neue Volk jetzt aufbauen und für den Winter wappnen! Im nächsten Jahr soll es dann richtig losgehen und natürlich dann auch den ersten Honig geben! Bis dahin haben wir aber auch Freude daran, den eifrigen Tieren einfach nur zuzusehen, wie sie ihr neues Zuhause besiedeln 🙂

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6 Gedanken zu “Bienchen summ herum…

  1. Sehr cool! Und wir sind auch erst mit einer Bienenkiste gestartet damals, aber haben die dann irgendwann verkauft weil wir recht schnell an die Grenzen kamen.

    Ihr müsst die Völker aber nicht beim Tierarzt sondern beim zuständigen Veterinäramt melden. war zumindest bei uns hier (auch NRW) so

    Viel Erfolg und ich bin gespannt was ihr berichtet. Wir sind 2013 gestartet mit der Imkerei

    Besucht für nächstes Jahr auf jeden Fall so einen Kurs, das kann nie schaden und man bekommt man noch eine andere Meinung. Bei Facebook gibt’s auch gute Imker-Neulings-Gruppen, die recht interessant im Verfolgen und dazulernen sind.

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    1. Ooh stimmt Veterinäramt wars 🙂 Danke für den Hinweis… Imkert ihr jetzt auch mit Magazinbeuten? und gefällt euch das besser, als die Bienenkiste? Irgendwann werden wir, denke ich, auch die Bienenkiste mal testen, um alles ausprobiert zu haben! Aber erstmal reichen zwei Völker 😛 Wie viele hast du denn? Danke für die Infos, wir werden demnächst mal auf deinem Blog über deine Bienen lesen 😀 LG, Hannah&Michael

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      1. Wir haben mit 1 Ableger 2013 begonnen und haben nun 1 Wirtschaftsvolk (das aus 2013), 1 Jungvolk von 2014 und 1 Ableger von diesem Jahr.

        Die Bienenkiste ist beeindruckend aber für uns nicht mehr vorstellbar.

        Wir haben auch Magazinbeuten – Hohenheimer mit Deutschnormalmaß

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  2. Wie toll, ich will später auch unbedingt mal Bienen haben, das ist einer meiner größten „Träume“ 😀 Momentan habe ich/haben wir noch keine Zeit dazu, uns dem Thema ausreichend aufmerksam zu widmen, aber vielleicht nächstes Jahr oder in ein paar Jahren… Jedenfalls möglichst bald! Ich werde auf alle Fälle eure Posts verfolgen und mir den ein oder anderen Tipp schon mal notieren 😉 LG, Elli

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    1. Hey Elli, danke für deinen lieben Kommentar! Das freut uns riesig, was du schreibst, weil wir genau aus diesem Grund auch diesen Blog schreiben: um zu testen, wie das alles funktioniert und was überhaupt möglich ist, und um Menschen, die ähnliche Ideen Träume haben, eine Art Anleitung mit auf den Weg zu geben! 😀
      Mit den Bienen läuft bis jetzt noch alles wunderbar, wir werden auf jeden Fall berichten, was weiter passiert 🙂 LG, Hannah und Michael

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