Hinter Gittern . . . da haben wir den Salat!

So, passend zum regnerischen Wetter draußen, setze ich mich jetzt mal hin und schreibe etwas über das Beet, das nun schon das ganze Jahr durchgehend neu bestückt wird und uns schon den einen oder anderen Leckerbissen einbrachte: Das Salat-Beet! (zusätzlich zum Salat wurde hier auch eine Reihe Spinat eingeplant 🙂 )

Geschützt wird das Beet vor hungrigen Vögeln bisher schon die ganze Saison mit einem Vogelschutznetz, das zwar nicht besonders toll aussieht, dafür aber einen wunderbaren Schutz darstellt (s. Titelbild). 

Leider kommen wir zur Zeit nicht an die Bilder aus dem Frühjahr dran, da Hannahs Laptop den Geist aufgegeben hat, auf dem die Fotos gespeichert sind… aber wenn wir mal an die Daten kommen (und wir werden uns drum bemühen 🙂 ), werden noch möglichst viele Bilder hochgeladen! Weiter unten im Beitrag findet ihr einige Bilder, aber nicht vergessen den Text auf dem Weg dorthin ebenfalls zu lesen 😉

Geplant war ursprünglich eine sehr strikte Aufteilung mit insgesamt 7 Reihen quer zur Länge des 2,00 x 1,20 m Beetes:

1) Spinat „Matador“

2) Kopfsalat „Kagraner Sommer 2“

3) Pflücksalat „Lollo rossa“

4) Pflücksalat „Lollo bionda“

5) Rucola „Wilde Rauke“

6) Kopfsalat „Maikönig“

7) Mangold „Bright Lights“

Im Laufe der Zeit zeigte sich jedoch, dass aufgrund erstens verschiedener Anbauzeiten, zweitens aufgrund verschiedener Keimquoten und drittens aufgrund besseren bzw. schlechteren Geschmacks einer Salatsorte, diese geplante Ordnung ein wenig durcheinander geriet. Letztendlich können wir jedoch immer genau sagen, welchen Salat wir gerade auf dem Tisch haben und sind auch ohne die 100%ige „Ordnung in sieben Reihen“ mit unserer Salat-Versorgung durchaus zufrieden!

Und jetzt gebe ich euch hier mal ein paar Infos zu den einzelnen Aussaaten (Reihenfolge siehe oben) und werde, falls vorhanden, den Beitrag mit ein paar Bildern verschönern…

1) Spinat „Matador“

Ich nehme es vorweg: der totale Reinfall (bisher)! Wie auf der Verpackung auch empfohlen, haben wir die erste Aussaat Anfang April (genauer gesagt am 10. April) in die Erde gebracht, die zu dem Zeitpunkt auch schon gut durch die Frühlingssonne aufgewärmt wurde. Nach einiger Wartezeit zeigten sich vereinzelt einige Spinat-Pflänzchen, die mir schon Hoffnung machten, bald einen guten Topf voll Rahmspinat kochen zu können. Jedoch waren die Pflänzchen kaum ein paar Zentimeter groß, fingen sie an Dolden zu bilden und das ist ja wohl bei Spinat leider das Speiseplan-Ausschluss-Kriterium-Nummer-Eins 😦

Also rissen wir den Spinat raus und machten eine erneute Aussaat… und auch da wieder das gleiche. Ergebnis des Ganzen ist bisher für uns: Dieses Jahr werden wir noch eine Herbst-Aussaat versuchen und für das nächste Jahr eine andere frühe Spinat-Sorte wählen. Aber an unseren Spinat kommen wir noch dieses Jahr!

2) Kopfsalat „Kagraner Sommer 2“

Wir sind bei diesem Salat aufgrund eines vollen Frühbeetes vom ursprünglichen Plan abgewichen und haben keine Pflänzchen im Frühbeet vorgezogen um diese dann im Mai nach den Eisheiligen rauszusetzen. Denn aufgrund der hohen Temperaturen im April juckte es mich in den Fingern es zu versuchen und habe eine Reihe dieses Saatguts am 12. April direkt ins Freiland gesät… und nahezu alle Samen sind gekeimt. Sie standen auch letztendlich zu dicht, was mich dazu veranlasste, die Pflänzchen im Mai zu vereinzeln. Da ich aber nicht das ganze Salatbeet damit vollpflanzen wollte (was mit der Anzahl an Pflänzchen locker möglich gewesen wäre), konnten wir tagelang jeden Tag drei bis vier junge Salate ernten und uns abends damit den Bauch vollschlagen 🙂 Bei den vereinzelten Pflänzchen kamen schöne große Kopfsalate heraus, die wir bis vor vier Wochen auch etwa alle zwei Wochen regelmäßig nachsäten um durchgehend eine Salatversorgung zu haben… jedoch haben wir auch noch zwei weitere grüne Kopfsalate dieses Jahr gehabt („Victoria“ auch im Salatbeet und „Maikönig“ letztendlich schlußendlich nur im Frühbeet) und wir haben uns entschlossen, uns in den nächsten Jahren auf 2 Salate zu beschränken. Ob der „Kagraner Sommer 2“ als Sommersalat dabei sein wird, ist noch unklar. Aber das Saatgut muss ja eh in den nächsten 2 Jahren noch aufgebraucht werden. Also kommt er im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder ins Beet…

3) Pflücksalat „Lollo rossa“

Ein Wort: Genial! Die erste Aussaat erfolgte am ersten April in Anzuchttöpfe in Anzuchterde auf unserer Fensterbank im Mini-Gewächshaus (mit einer 100% Keimquote). Zehn Tage später sind die kleinen Pflanzen dann auch schon ins Frühbeet gewandert, von wo sie aus ein paar Wochen später ins Salatbeet zogen. Dort angekommen, ging es richtig voran mit den Wachstum und wir haben durchgehend immer die untersten Blätter für unseren abendlichen Salat ernten können. Nachdem alle Pflänzchen abgeernet waren (wir konnten etwa 5-7 mal pro Pflanze pflücken), erfolgten noch 2 Folgeaussaaten und die letzten zwei Salate kamen letzte Woche raus aus dem Beet. Die letzten beiden Exemplare haben angefangen Blüten o.ä. zu bilden, schmeckten extrem bitter und wurden dann aus dem Beet verbannt… Fazit: Im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder ins Beet!

4) Pflücksalat „Lollo bionda“

Tja, hierbei gingen bei der Aussaat Ende Mai leider nur zwei von insgesamt zehn ausgesäten Samen auf (Keimquote von 20%). Die beiden Pflänzchen entwickelten sich auch sehr sehr langsam und wir haben vor etwa zwei Wochen angefangen die Salate zu pflücken und abends zuzubereiten. Natürlich wie bei der roten Variante „Lollo rossa“ immer die untersten Blätter. 

Geschmacklich auch wunderbar, nur ärgert mich die niedrige Keimquote schon ein wenig! Im nächsten Jahr werde ich wohl auch hier die restlichen Samen aufgebrauchen… (selbst wenn nur 10% keimen, wären das im kommenden Jahr immer noch ungefähr 40 Salate…) Mal gucken wo ich die loswerde! Zwei Freunde sagten mit am Freitag, sie würden im kommenden Jahr auch einiges auf ihren Balkonen anpflanzen wollen… die nehmen sicherlich gerne ein paar Jungpflanzen!

5) Rucola „Wilde Rauke“ 

Am 10. April erfolgte die erste Aussaat direkt ins Beet. Nachdem lange zeit nichts kam, scharte ich vorsichtig die Erde auf, um zu gucken, ob da noch was kommt… aber nichts! Ich dachte mir „Komm, vielleicht war es zu früh! Probiere es nochmal!“… gedacht, getan! Noch eine Aussaat! Aber was war?! Nichts! Gar nichts! Kein einziges Pflänzchen! Daraufhin gab ich den Platz vorerst im Beet für Rucola auf und gab ihn für anderen Salat frei (genug Anwärter gab es ja! Siehe oben…). Um zu wissen, ob es am Saatgut oder an den Bedingungen im Freiland liegt, nahm ich mir eine Schale, füllte diese mit Anzuchterde auf, säte hierein den Rucola-Samen, feuchtete entsprechend an und stellte diese Schale auf die helle Fensterbank. Und was war: Grün! Das Zeug sproß wie Unkraut, zu dem die Rauke, wie Rucola noch vor dem Siegeszug der Bella Vita hieß, früher noch zählte! 

Anfang Juli wagte ich dann im Freiland eine weitere Aussaat an einer anderen Stelle im Garten und siehe da: auf etwa einem halben Meter an Aussaatreihe kamen doch tatsächlich 4 kleine Rucola-Pflanzen 😦 Eher weniger Erfolg… aber was haben wir gelernt: Rucola nicht ins Beet sondern einfach neben der Kresse auf die Fensterbank! Das reicht!

6) Kopfsalat „Maikönig“

Unsere erste richtige Aussaat in unserem ersten Gartenjahr! Am 9. Februar (!!!) fanden die ersten Samen ihren Weg in Anzuchterde ins Zimmer-Gewächshaus. Und siehe da: Sie kamen tatsächlich… und natürlich kamen viel viel mehr als ich dachte und sah mich plötzlich einer Heerschar von jungen Maikönigen gegenüber.  Diese etwa 20 jungen Salatpflanzen kamen in zwei Reihen in das Frühbeet, das eine Woche vorher eine riesige Pferdemist-Packung erhielt. Durch die beginnende Verrottung des Mists etwa einen halben Meter unter der Erde des Frühbeets, stieg die Temperatur im Frühbeet trotz niedriger Außentemperaturen an und bot unseren Salatpflänzchen ideale Bedingungen zum Wachsen. 

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Hier sieht man rechts die ganzen Maikönige neben einer Reihe Radieschen im Frühbeet

Mitte April fanden sieben Pflanzen den Weg ins Freiland ins Salatbeet und der Rest verblieb im Frühbeet. Nachdem wir merkten, dass der Platz für die verbliebenen 13 Pflanzen niemals reichen würde, fingen wir an, den Salat ganz jung zu ernten und zu verarbeiten. Die Pflanzen im Freiland wollten wir nach wenigen Wochen aufgeben, da diese schon nahezu komplett braun anliefen und die untersten Blätter anfingen zu verfaulen. Jedoch berappelten sie sich und fanden dann im Juni schlussendlich doch noch ihren Weg auf unsere Teller 🙂 

Fazit: Im nächsten Jahr ist der Maikönig auch wohl wieder die erste Aussaat, denn dieser Salat hält, was er als Salat für den „frühesten Anbau“ verspricht: Eine Ernte aus dem eigenen Garten im März 🙂

7) Mangold „Bright Lights“

Von dieser sehr bunten, strahlenden Sorte versprachen wir uns einiges an Farbe im Beet und auf dem Teller! Und ich muss sagen! Es ist wirklich sehr bunt in unserem Salatbeet (und an zwei, drei weiteren Stellen im Garten, wo ich noch einige Pflanzen später hinsetzte).

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Ich habe am 20.März die ersten zwei Anzuchttöpfchen mit einigen Mangold-Samen besetzt und ich muss etwas verdammt richtig gemacht haben, denn es sind alle Samen gekeimt 🙂 Diese kamen dann ins Frühbeet, wo jedoch ein zwei der Pflanzen aufgaben und ich schlussendlich nur die stärksten drei Mangold-Pflänzchen ins Beet setzte (natürlich möglichst weit weg vom Spinat!).

Dem Mangold beim Wachsen zuzugucken war wirklich ein Vergnügen, denn nach uns nach wurden die bunten Wedel immer größer und mehr und leuchten nun auch in den strahlendsten Farben in unserem Beet. Also wir jedoch dann Anfang Juli den ersten Mangold ernteten und uns in der Pfanne mit Zwiebeln und Knoblauch anbrieten, zog sich bei mir alles im Mund zusammen, nachdem ich den Mangold probierte… es war in meinen Augen nicht essbar! Überzeugt, dass es irgendwie an der einen Pflanze gelegen haben muss, probierten Hannah und ich ein paar Tage später erneut den Mangold (diesmal einer anderen Pflanze) und hatten wieder das gleiche Problem: Das Zeug schmeckt nicht nach Mangold so wie wir ihn kennen. Vielleicht waren die geernteten Stängel zu alt? Oder vielleicht ist da was mit dem Saatgut schief gelaufen? Wurden uns vielleicht „Zier“-Mangold-Samen als essbaren Mangold verkauft? Ich wollte natürlich sicher gehen und las auch alles nochmal auf der Verpackung nach, aber dort hieß es „gut im Geschmack“…. komischen Geschmack haben die!

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9 Gedanken zu “Hinter Gittern . . . da haben wir den Salat!

    1. Er schmeckt sehr sehr bitter. An einem überdüngten Beet o.ä. kann es nicht liegen. Auch hatte er keine Wachstumsstockungen… ich versuche im nächsten Jahr auf jeden Fall eine andere Sorte! Oder habt ihr nicht Experten noch einen guten Tipp für mich? 🙂 Welche Sorten habt ihr bei euch denn?
      Liebe Grüße aus dem Rheinland nach Berlin (war doch richtig, oder?)!

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      1. Leider können wir garnicht sagen welche Sorte wir haben, wir bekommen die Pflanzen immer als Setzlinge. Das es an der Sorte liegt glauben wir nicht. Hat der Mangold vielleicht schon geblüht oder ist „geschossen“?

        Liebe Grüße von den
        Mangoldfreunden

        PS: Ja, Berlin ist richtig.

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  1. Mit dem Spinat „Matador“ habe ich ebenfalls ganz schlechte Erfahrung gemacht. Jetzt steht noch der Herbst an und ich hoffe das es dieses Mal etwas wird. Habt Ihr noch andere Spinatsorten pflanzen können?

    Lieben Gruß,

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    1. Wir haben ihn in diesem Jahr deutlich früher ausgesät, schon im Februar! So hat er uns noch einige frische Baby-Leaf-Salate beschert, bevor er in Blüte gegangen ist 🙂 April war einfach wohl definitiv zu spät O_o

      Jetzt werden wir ganz bald wieder welchen aussäen, um zu testen, ob er sich auch für die Herbstaussaat eignet! Müsste ja eigentlich klappen! Andere Spinatsorten haben wir noch nicht probiert…

      Ist er bei dir auch so schnell geschossen? Oder was ist da schiefgelaufen?

      Liebe Grüße!

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  2. Hallo, was alles so passiert! Ich habe Gurken ausgesät. Wollte sie anschließend essenund sie schmeckten alle bitter. Ich habe den Samenhandel deschrieben. Er konnte sich das auch nicht vorstellen?🤔
    Ich bekam ein neues Tütchen mit Samen geschickt! 😊
    LG von Ulla

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