Weihnachten im Bienenstock

In letzter Zeit ist es still geworden um unsere Bienen – das lag zum einen daran, dass ganz einfach der Sommer vorbei ist und mit den Bienen nicht viel passiert. Zum anderen mussten wir uns erstmal um unsere kleinen Sorgenkinder kümmern und wollten abwarten, was passiert, bevor wir hier berichten! Jetzt ist aber genug gewartet 😉 

Wie berichtet haben wir unsere (viel zu kleinen) Völker mit einem weiteren Ableger von lieben Mitimkern „aufgestockt“ (schon wieder blödes Wortspiel 😀 ), sodass sie in zwei Kisten sitzen! Wie erwartet haben die Bienen, die ja dann zwei Königinnen hatten, die alten eliminiert. Somit sind wir nun bei Gisela II. und Hannelore II. 🙂 Sie werden wohl gewusst haben, was sie tun. Die beiden neuen Königinnen scheinen ihren Job jedenfalls gut zu machen! Beide Völker haben sich gut entwickelt, obwohl wir einen sehr sehr starken Milbenbefall haben! Diesen haben wir kontrolliert, indem wir sogenannte Windeln von unten unter die Beuten (=Kisten) geschoben haben und nach ein paar Tagen die runtergefallenen Milben gezählt haben. So ungefähr lässt sich so auf die Milbenanzahl im Volk schließen! Und die ist verdammt hoch! Weil unsere Völker aber so klein waren und es auch schon spät im Jahr war, konnten wir nicht mit Ameisensäure behandeln. Das ist ansonsten die übliche Spätsommerpflege.

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Nach der Vereinigung der zwei Völker am 3. Oktober: Chaos am Bienenstand

 

Spätsommerfütterung – 16kg Futtersirup

Das einzige, was wir noch unternommen haben, war eine große Fütterung! Anfang Oktober, als wir die Völker vereinigt hatten, gab es direkt für jedes Volk 8kg Futtersirup. Nicht einmal eine Woche später war bereits alles weg, beziehungsweise in die Waben eingelagert. Wir haben dann die Futtertaschen noch einmal mit 8kg aufgefüllt. Wieder eine Woche später war auch dieses Futter eingelagert und wir haben die Futtertaschen entfernt. Die neuen Bienen scheinen auch eifriger zu sein, sie hatten jedenfalls direkt etliche Mittelwände gut ausgebaut. 

Mäusesicherung und Varroakontrolle

Am 19. Oktober haben wir das Mäusegitter angebracht, was das Volk vor ungewollten Eindringlingen und Mitessern schützen soll (und natürlich auch die Mäuse vor einem giftigen Tod, falls sie die Bienen zu sehr stören). In dieser Woche machten wir auch die Gemülldiagnose (=Varroakontrolle), bei der ein bedrohlich hoher Milbenbefall festzustellen war 😦

Sommer zu Weihnachten

Aus diesem Grund haben wir auch sehnlich auf den ersten Frost gewartet, weil dann, nach einigen Wochen Frost, die Oxalsäurebehandlung möglich ist. Dafür müssen die Bienen eng zusammen sitzen, in ihrer Wintertraube, und das Volk muss brutfrei sein. Die Behandlung muss vor der Wintersonnenwende stattfinden, also dem 21. Dezember, weil ab diesem Datum die Bienen wieder anfangen zu brüten. Tja, aber leider wurde es nach einer kurzen frostigen Phase Ende November wieder Frühling in Deutschland und die Bienen sind vollkommen verwirrt. Manche fliegen zur Zeit sogar, was schlecht ist, da sie so zu viel Energie verbrauchen. Die Winterbienen können ja nur deshalb ein halbes Jahr überwintern, weil sie weniger Energie verbrauchen als ihre Sommerschwestern, die nur wenige Wochen alt werden. Nun ja, jedenfall herrscht emsiges Treiben im Bienenstock und die Bienen denken nicht daran, eine Traube zu bilden – ist ja auch viel zu warm! 

Nun müssen die Imker in Deutschland ja aber trotzdem die Varroamilbe in Schach halten und nach Rücksprache mit unseren Imkerkollegen war es für unsere Bienen dann vorgestern, am 18. Dezember, so weit. Es war mit 11° morgens weit und breit der kälteste Tag 😦 Naja, die unliebsame Weihnachtsbescherung für die Bienen, die die Oxalsäure ja auch nicht lieben, kam also schon eine Woche vor Weihnachten! Dafür haben wir je 40ml mit einer Spritze über unsere Bienen geträufelt, die es jetzt im Stock verteilen und somit insbesondere der Varroamilbe schaden. Deren Anzahl soll dadurch auf ein für das Bienenvolk erträgliches Maß reduziert werden. Ohne diese Behandlung würde sie sich rasant vermehren und das Volk hätte keine Chance, den Winter zu überstehen. Schön ist es natürlich trotzdem nicht, die eigenen Bienen mit giftigen Substanzen, die ja auch ihnen schaden, zu beträufeln. Aber da versuche ich einfach an das Volk als Ganzes zu denken, denn der Bien (=das Volk) ist ja der Organismus, den wir halten und behandeln! Und der überlebt leider nur so… 

Was das  ganze jetzt gebracht hat, werden wir am 23. Dezember kontrollieren. Die Kontrollwindel müsste dann voll mit Varroamilben sein, deren Anzahl dann hoffentlich so sehr geschrumpft ist, dass unsere Bienen das verkraften! Ein schönes  Weihnachtsgeschenk wäre das auf jeden Fall 🙂

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7 Gedanken zu “Weihnachten im Bienenstock

  1. Ich hoffe, die Oxalsäure zeigt die gewünschte Wirkung! Im Moment ist es ja fast sogar warm genug, um’s noch mit Ameisensäure zu probieren…
    Ich musste meine Bienen diese Woche auch wieder auffüttern, weil sie viel zu aktiv sind. Verrückter Winter. Wenn’s dann wenigstens auch entsprechend Blüten gäbe…!
    Was die giftigen Substanzen angeht, verwenden die meisten Imker (wie ihr) ja schon organische Säuren, die keine dauerhaften Schäden anrichten. Oxalsäure zum Beispiel ist ja auch in Rhabarber und Sauerampfer enthalten, da denkt auch keiner „böse Chemie“ 😉

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    1. Ja stimmt, es ist auf jeden Fall besser als vieles von dem anderen Zeug, was da noch so auf dem Markt ist :/
      Ach, du hast tatsächlich nochmal gefüttert? Ich habe auch überlegt, aber beim reinschauen habe ich noch verdeckeltes Futter gesehen, was mich dann doch ein bisschen beruhigt hat…

      Liebe Grüße und alles Gute auch für deine Winterbienen 🙂

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      1. Eben… manchmal muss man halt einfach das geringste Übel in Kauf nehmen. :/
        Ja, war jetzt nötig – glaube ich ;). Bekannte von mir haben sogar schon im November aufgefüttert, aber da hatten meine Bienen noch genug. Nun erschien es mir aber doch sicherer, nachzufüttern. Bin ja gespannt, ob es doch noch Frost und Winter gibt oder ob demnächst dann die Weiden blühen (dicke Knospen haben sie schon…)!
        Liebe Grüße zurück und frohes Fest!

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  2. Hallo Hannah, ein sehr schöner Bericht über Bienen. Sehr interessant und lehrreich. Ich liebe (Wild)Bienen.
    In unserer Gartenanlage gibt es auch Bienen.
    Ich würde auch gerne Bienenvolk im Garten oder auf dem Balkon haben, allerdings halten mich viel Zweifel und Bedenken davon ab. Abgesehen vom Finanziellen, ist es wohl heut zu Tage, auf Grund, der neuen Wetter, schwierig ein Volk zu pflegen. Mir war nicht klar, wie sehr dressierte Bienen auf Zufütterung angewiesen sind…
    Hab ich das richtig gesagt, dressierte?!
    So nennt man doch die Honigbienen?!
    Klär mich gerne auf.

    Grüne Grüße

    MION

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    1. Dressierte Bienen habe ich noch nie gehört 😀 Eigentlich sind es ja auch wilde Tiere, die nur leider (auch dank Globalisierung) heute zu vielen unbekannten Schädlingen ausgesetzt sind, sodass sie alleine in freier Wildbahn kaum überleben können! Das Arbeitspensum im Herbst und Winter ist aber überschaubar 🙂 Im Sommer geht es dann wohl ganz anders zur Sache!!

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