Das internationale Kabinett

Ein durchaus verwirrender Titel… Hierbei geht es um eine Deutsche, einen Japaner, einen Amerikaner und einen Franzosen! Und nein, es ist kein schlechter Witz, der jetzt folgt, sondern ein Bericht über die diesjährigen Kürbisgewächse in unserem Garten!

Alle Aussaaten waren am 09.April, wobei hierbei die Keimquote sehr stark unterschiedlich war, sodass ich tatsächlich einige Aussaaten in den darauf kommenden Wochen wiederholen musste!

Die Deutsche (aus dem Schwarzwald)

Wie auch im letzten Jahr, so haben wir heuer wieder eine rankende Zucchini ausgesät. Und wie die Zwischenüberschrift schon verrät, so ist es auch wieder in diesem Jahr die Zucchini „Black Forrest“ geworden, da wir noch einiges an Saatgut übrig hatten… also kamen sie Anfang April in Aussaaterde auf unserer Fensterbank!

Und da wir im vergangenen Herbst das Beet schon gut mit Pferdemist gedüngt haben und die Sonne Anfang Mai sich hat blicken lassen (im Gegensatz zum Wetter in diesen Tagen), wurde aus den zwei am 08.Mai gepflanzten Zucchini-Pflänzchen ziemlich schnell ein kleiner Urwald!

Black Forest
Leider ein wenig unscharf, aber hier wurden die zwei Schwarwälderinnen wie im letzten Jahr an ein schräges Rankgitter gepflanzt. Dies geschah am 08.Mai.2016.

 

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Black Forrest am 26.Mai nach einigen Tagen Sonne.

Und nachdem alle Kürbisgewächse (und die Tomaten und Gurken) Anfang Juni alle eine guten Schwung Brennnesseljauche bekamen, sahen die beiden Pflanzen am 13.Juni so aus:

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Links und rechts (Vordergrund) vom Rankgitter stehen die beiden rankenden Zucchini. Hier erahnt man schon die ersten Blüten und Früchte 🙂
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Detailaufnahme vom selben Tag 🙂 (13.Juni)

Der Japaner

Wer unserem Blog schon ein wenig länger folgt, der kann sich vielleicht an den einen oder anderen Beitrag aus dem letzten Jahr erinnern, in dem ich von der japanischen Supermacht im Rheinland berichtete.

Heuer startet eine erneute Invasion dieser gigantomanen Macht. Diesmal sogar mit zwei Pflanzen. Auch hier haben wir das Saatgut, das im letzen Jahr nicht ganz aufgebraucht wurde, wieder benutzt und so finden wir wieder ein Kürbisbeet mit „Uchiki Kuri“ vor. Dieser Hokkaido-Kürbis hat uns im letzen Jahr bezüglich Anbau, Geschmack, Verarbeitbarkeit und Lagerung absolut überzeugt, sodass wir dieses Jahr verdoppeln. Auch hier wurde das Beet schon vor langer Zeit mit Pferdemist gedüngt und am 08.Mai mit den Pflanzen bestückt:

Uchiki Kuri
Zweimal Uchiki Kuri im Kürbisbeet, welches Anfang Mai schon ziemlich von kleinen Ringelblumen und jungem Spinat erobert wurde. Doch wie wir jetzt schon wissen, haben diese spätestens im August keinen Quadratzentimeter mehr für sich zu beanspruchen! Der Kürbis wird alles Voraussicht nach alles für sich einnehmen!

Und hier der Stand am 26.Mai, also etwa zweieinhalb Wochen nach seiner Pflanzung:

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Zu den Ringelblumen hat sich nun noch eine ganze Menge Mohn hinzugesellt… der Rasenschnitt als Mulch konnte nicht alles unterdrücken! Was aber auch kein Wunder ist, denn schließlich stand vor einem Jahr an dieser Stelle noch eine ausgesäte Blumenwiese mit Hunderten von blühenden Sommerblumen.

Und da ich gerade nochmal extra im Garten war, nur um noch ein zwei Bilder zu machen, hier der aktuelle Stand von vor 15 Minuten (schneller ging es nicht 😉 ):

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20.06.: Zwei in der Diagonalen gepflanzte Hokkaido-Kürbisse und de rhintere sogar mittlerweile mit Blüte! Es geht los 🙂

Der Amerikaner

Nein, es ist kein „Atlantic Giant“, was vielleicht der eine oder andere von euch gedacht haben könnte. Statt auf diese Riesenkürbis-Sorte, die in den Staaten und auch hierzulande für die Riesen-Kürbis-Wettbewerbe genommen wird, haben wir auf einen Moschuskürbis gesetzt, der eher durch seine besondere Form als durch seine Größe auffällt. Die Rede ist von „Butternut“-Kürbissen, welche im Milpa-Beet dieses Jahr angesiedelt sind. Dort werden wir auch über den Erfolg (oder Misserfolg) dieser Kultur berichten. Der Pflanztermin der amerikanischen Züchtung liegt zwei Tage später als der Termin der anderen Kürbisgewächse. Aber hier trotzdem mal ein schönes Foto 🙂

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Der kleine Butternut zwischen den Maispflanzen. Und wie ich gerade sehe, hat sich da auch eine Kartoffel hin verirrt… aber auch das wird überwuchert werden! Das Beet ist, wie man noch gut erkennen kann, auch mit Pferdemist gedüngt worden.

Und hier von gerade eben: 

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20.06.: In der letzten Reihe der Rainbow-Inka-Mais, davor dann Zucker- und Popcorn-Mais, den wir noch nachsäen mussten. Dazwischen wachsen zwei, mittlerweile recht große, Butternut-Kürbisse, eine Moschuskürbissorte. 

 

 

Der Südfranzose

… mit dem bestechend kulinarisch-exotischem Namen „Muscade de Provence“. Schon im vergangenen Herbst suchte ich mir diese Kürbis-Sorte raus und nahm mir fest vor, dieses Jahr deren Anbau zu versuchen. Und bisher sieht es echt gut aus! Und wer von euch selber schon mal diesen Moschuskürbis angebaut hat oder Bilder von riesigen Moschuskürbissen, die wie Käseräder mit einem kleinen Beil oder einem größeren Messer auf Märkten portioniert werden, kennt, der weiß, dass es weiter Weg vom Samenkorn zum großen, orange-bräunlichen Kürbis ist. Ich bin gespannt ob das alles klappt und hoffe einfach zurzeit auf besseres Wetter, denn das Klima ist alles andere als südfranzösisch!

Muscade de Provence
Der Moschüskürbis direkt nach seiner Pflanzung am 08. Mai. 

Und einmal sechs Wochen und eine Düngung mit Brennnesseljauche später (auch gerade brandaktuell geknipst!): 

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20.06.: Der Muscade de Provence macht das was er soll: er wächst und gedeiht und überall wachsen langsam seine Ranken hin. Ich habe schon überlegt, ob man das 2,0 x 4,0 m große Frühkartoffel-Beet daneben (im Rücken der Kamera) nach dem Abernten zur Hälfte dem Kürbis als Rankfläche zur Verfügung stellen sollte! (links neben dem Kürbis übrigens die Schwarzwälderin am Rankgitter)

Ich bin zurzeit noch am planen, wie ich die Kürbisse beschneiden sollte, sollten diese, so meine Erwartung, einfach viel zu groß werden wollen! Habt ihr da Tipps, Ratschläge, Erfahrungen? Nach wie vielen Früchten sollte ich abschneiden? Oder überhaupt nicht und lieber wachsen lassen? Bitte helft mir, bevor der ganze Garten eine einzige große Kürbisfläche wird!

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7 Gedanken zu “Das internationale Kabinett

  1. Ich hab‘ letztes Jahr von dem Kürbis, der sich ein Beet teilen musste – zugunsten der anderen Kulturen – gefühlt jeden Tag meterlange Tentakeln abgeschlagen. Ungelogen. Darum, wieviele Früchte er nun hatte oder nicht hatte konnte ich mir keine Gedanken mehr machen. 🙂
    Am besten bewährt hat sich bei mir die Kürbisse so zu setzen, dass sie sich ausbreiten können wie sie wollen und man bis zum Ausreifen nichts machen muss. Gut, bei den Warmduschern mit langer Kulturdauer ist es sinnvoll, bis auf 3-4 Früchte alles abzumachen, aber ich bin da grad ab von die zu kultivieren.
    Erstaunlich finde ich, dass trotz Jammerwetter mit Dauerregen Zucchini erntereif sind hier, und zwar nicht zu knapp.
    LG, Oli

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    1. Liebe Oli,

      und genau da spricht das Platzproblem aus mir heraus… ich würde die Kürbisse auch so gern so setzen, dass außer gießen nichts anstehen würde, aber das geben 120 m² leider nicht her 😦
      Bin mal gespannt, ob ich auch mit einem Tentakelmonster kämpfen werde 😀 Im letzten Jahr musste ich einen Hokkaido schon ziemlich bändigen, aber so krass wie es deiner Beschreibung zu entnehmen ist, war es nicht 😀

      Wie viele Zucchini habt ihr denn gepflanzt? Wir haben von 4 auf 2 reduziert, da wir im letzten Jahr eindeutig mehr hatten, als Freunde und Familie jemals hätten verbrauchen können.

      Liebe Grüße in den Norden! Michael

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      1. Moin Michael,
        ich wurde dieses Jahr von meinem Mann angehalten weniger Zucchini zu pflanzen, habe vorsichtshalber mehr vorgezogen, die Hälfte einer Freundin geschenkt, die Notstand hatte und habe nun 3 Pflanzen im Garten. 2x Alberello und die beiden tragen bereits sehr schön und eine ‚Di Faenza‘ (die ich wegen Dauerregen die letzten Tage nicht besucht habe im Pferdemist). Kürbismässig habe ich dieses Jahr kein eigenes Hochbeet freimachen können, sondern auf eines der Landgewinnungsbeete in den Pferdemist Butternuts und Hokkaidos gepflanzt, ausserdem Patisson und Honigmelone. Vom Trombetta, der letztes Jahr die Tentakeln in alle Richtungen ausstreckte um alles zu erwürgen und beschatten, was im Garten wuchs, habe ich 2 Pflanzen in die hinterste Ecke des Gartens auf alten Gänsemist gesetzt, das ist ein Test, ich brauche die Früchte nur als Winterfutter für die Kaninchen. Ich finde 120 qm übrigens gar nicht sooo wenig, ausser, wenn man sich ernsthaft mit Kartoffeln versorgt. Ich habe dieses Jahr sehr viel weniger Fläche bepflanzt als letztes Jahr und auch weniger Kulturen (und hasse es jetzt schon) aber 120 qm gut strukturiert und auf nicht verunkrautetem Boden, gut behütet (das alles kann ich nicht bieten) schaffen schon gut was. Finde ich.
        Liebe Grüße, Oli

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  2. Ich bin absolut begeistert davon wie groß bei dir schon alle Pflanzen sind! Das ist ja wirklich der Wahnsinn! Ich habe auch Brennesseljauche angesetzt. Aber da es die letzten Wochen nur geregnet hat, konnte ich sie nicht benutzen. Nun ist es den dritten Tag schön und ich werde es mal versuchen. Denn anscheinend sind die Pflanzen über die Nährstoffe ja wirklich froh 🙂
    Beim Beschneiden weiß ich nicht. Das habe ich persönlich noch nie gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass es aber den Kürbissen hilft, ähnlich wie Tomaten. Größere Früchte weil weniger Früchte. Also denke ich kommt es ganz darauf an, wie groß du die Kürbisse haben willst. Allerdings weiß ich nicht ob die Pflanze sich freut, wenn ihre Triebe abgeschnitten werden 😦
    Bin gespannt auf deine Erfahrungen 🙂

    LG
    Jacqueline

    P.S. Ich liebe Japan! Wäre es vielleicht möglich im Herbst einige eurer Hokkaido Samen zu bekommen? 🙂

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    1. Hallo 🙂

      Sorry für die späte Antwort! Habe immer einer wenig nach hinten geschoben, all die Kommentare zu beantworten, aber jetzt mach ich’s 😉

      Ja, das mit den weniger = größere Früchte war jetzt auch der Grund, warum ich jeden Ausläufer (bis auf bei den Butternut-Pflanzen) nach der letzten Frucht + zwei Blätter abgeschnitten habe. Und siehe da, bei den Hokkaido’s sind schon echt richtig große Früchte dabei!
      Warum der so krass wächst, wird wahrscheinlich mit der massiven Düngung zu tun haben, denn ich habe ich letzten Herbst, nachdem der Plan feststand, wo was im Jahr 2016 gepflanzt wird, richtig, richtig, richtig (!) viel Pferdemist eingearbeitet. Das macht sich jetzt auf jeden Fall bemerkbar, da wir noch zwei Kürbispflanzen zu viel hatten, die wir an anderer Stelle pflanzten, an der kein Pferdemist war und die sind in ihrem Wachstum den anderen weeeeeiiit hinterher.
      Und natürlich sende ich dir gerne einige Samen zu. Dann würde ich dich nur bitten, dass du im Falle einer Ernte im kommenden Herbst (also 2017) jeden Kürbis kurz „antestest“, ob er bitter schmeckt bevor du ihn verarbeitest. Denn bei den Kürbissen ist das Problem mit der Samenzucht, dass sich hier entweder Zierkürbisse (von Nachbarn o.ä.) mit reinkreuzen oder es aber Spontanmutationen gibt, die wieder zu einem bitteren und somit auch giftigen (!) Phänotyp führen. Also, gerne Samen aussäen, dann hochziehen und vorm Essen kurz probieren 😉
      Wenn es soweit ist, liest du hier auf jeden Fall einen Beitrag von der Hokkaido-Ernte!

      Liebe Grüße! Michael

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