Nach dem Vorbild der Maya

So oder so ähnlich haben wir unser Milpa-Beet gestaltet, auf welchem Mais, Kürbis und Stangenbohnen in Mischkultur wachsen sollten.

Wie es in Mittelamerika jahrhundertelang üblich war dient der Mais als Rankhilfe für die Bohnen, die wiederum den Boden mit Stickstoff versorgen. Der Kürbis bedeckt den Boden und schützt vor Austrocknung. Hört sich erstmal gut an oder? 🙂

Unser letzter Beitrag zu diesem Beet von Anfang Juni ist schon wirklich lange her, wenn ich darüber nachdenke, was sich seitdem auf dem Milpa-Beet alles getan hat 😀 Der Mais wuchs im Juni zuerst einmal viiiel zu langsam, beziehungsweise die Bohnen zu schnell! Sie schossen weit über die kleinen Maispflänzchen hinaus und rankten einfach in der Luft herum. Der Butternut-Kürbis hat auch etwas gebraucht, um in Fahrt zu kommen 😉 Irgendwann ab Juli ging es dann aber doch wahnsinnig schnell, und die Maispflanzen waren groß, bevor wir gucken konnten 😀 Angesichts des Überflusses an Reizen im sommerlichen Garten haben wir leider auch gar nicht so intensiv verfolgen können, wie der Mais gewachsen ist. Vielmehr haben wir einfach irgendwann festgestellt: Huch, der Mais ist ja groß ? 😀 Und das ohne viel Arbeit und ohne zu gießen… feucht genug war es diesen Sommer ja auf jeden Fall 😉 Der Mais hat sich also dann doch vorbildlich gemacht, zumindest die Pflanzen, die wir ausgepflanzt hatten. Von den direkt ins Beet gesäten ist leider keiner mehr gekommen, da fanden die Vögel bestimmt das Saatgut zu lecker 😉 Das Auspflanzen macht den Maispflanzen aber scheinbar überhaupt nichts aus!

Die Bohnen Neckarkönigin waren ja vorher schon vorbildlich gekeimt und fingen dann irgendwann, als der Mais groß war, tatsächlich an, sich an ihm hochzuranken! Das war ein sehr schönes Bild, wie die Natur sich selbst die Hand reicht 🙂 Zwar sind Stangenbohnen wirklich etwas groß für Maispflanzen, sodass sie oben angekommen dann doch wieder in der Luft hingen, aber mit kleinen Sorten müsste es ganz gut gehen 🙂

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Milpa-Beet am 11. September 2016 – Ein einziger Urwald, in dem man vor lauter Mais die Bohnen nicht mehr sieht 😀

Nun zum Kürbis: Der zeigte sich unbeeindruckt von allem und machte einfach sein Kürbis-Ding 😀 Zwar hat es von den zwei Pflanzen nur eine geschafft, aber die hat stolze 4 Butternuts gebildet und natürlich wieder invasiv in die umliegenden Beete gewuchert 😀 Es ist herrlich, Kürbissen beim Wachsen zuzusehen! Sie tasten sich langsam durch ihre Umgebung, und überall, wo Platz ist (oder wo sie meinen, dass Platz ist), wachsen sie einfach weiter 😀 Die längste Kürbisranke in diesem Jahr war stolze 7 Meter lang 🙂 An dieser Stelle ein Dank an die Pferde vom örtlichen Ponyhof 😉 Ohne die hätte der Kürbis das bestimmt nicht geschafft 😀

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Milpa-Beet mit Mais, Bohnen und Butternut 🙂 11. September 2016

Also, insgesamt sind wir mit dem Milpa-Beet wirklich sehr zufrieden! Wir hatten eine ordentliche Bohnen-Ernte von etlichen Kilo, sodass uns die Bohnen schon zum Halse raushängen O_o Mais gab es auch ziemlich viel, sodass wir manche Kolben einfach am Stück eingefroren haben! Mal sehen, ob das gut klappt! Hat das von euch schonmal jemand gemacht? Der Popcorn-Mais muss komplett an der Pflanze vertrocknen und steht deshalb noch unbeerntet auf dem Beet. Ich bin aber sooo gespannt, ob das funktioniert! Wenn ja, ist es auf jeden Fall einen eigenen Beitrag wert 🙂 Der eine Kürbis ist mit 4 Früchten auch ein gutes Exemplar, wobei eine Pflanze auf dem Beet auch wirklich gereicht hat! Jetzt gerade steht das Milpa-Beet noch so da wie auf den Fotos und liefert ein paar letzte Bohnen und Maiskolben. Den Butternut haben wir auch noch nicht geerntet, dass können wir aber eigentlich jederzeit jetzt machen 🙂 Nach der Milpa-Kultur folgt ja eigentlich eine Brandrodung, das lassen wir in der Stadt aber besser sein 😉 So folgt dann einfach nur eine Gründüngung, die wir bis Ende September ausgesät haben wollen. Auf jeden Fall haben wir durch unser Milpa-Experiment wieder viele Erfahrungen gesammelt 🙂 Die möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten, damit andere ambitionierte Milpa-Gärtner es zukünftig einfacher haben:

  • Den Mais schon ab Anfang/Mitte April vorziehen! Sonst ist er im Mai zu klein – Er muss aberdeutlich größer sein als die Bohnen, wenn sie im Mai in den Boden kommen!
  • Mais lässt sich super im Haus vorziehen und dann auspflanzen! Dabei aber für jede Pflanze ein eigenes Töpfchen einplanen, da die kleinen Maise sehr stark wurzeln und sich ansonsten unterirdisch verknoten!
  • Stangenbohnen ranken gut an Mais – kleine Sorten sind aber bestimmt besser geeignet als die ganz hohen, die über den Mais hinausschießen!
  • Grüne Stangenbohnen machen die Ernte sehr schwer, weil man sie zwischen dem ganzen grünen Mais-Gestrüpp kaum sieht! Besser wären blaue Bohnen oder vielleicht sogar Trockenbohnen, die man erst zum Ende der Saison erntet!
  • Eine Kürbis-Pflanze reicht für 5m² locker aus 😉

So, das waren unsere Erfahrungen im Milpa-Anbau! Insgesamt halte ich das für ein wirklich tolles Konzept, dass die Maya sich da ausgedacht haben 😀 Ich denke, dass sich das in unserem Garten nun etabliert hat und im nächsten Jahr in verbesserter Form wieder dabei ist 🙂 Juhuu, es lebe die Mischkultur 😀

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13 Gedanken zu “Nach dem Vorbild der Maya

  1. Schön, dass euer Experiment doch noch geklappt hat 🙂 Es ist wirklich toll, wie die Pflanzen sich gegenseitig helfen bzw. stützen können.
    Bei mir werde ich das leider nicht nachmachen können. Direkt neben meinem Acker wird Futtermais angebaut. Der würde sich mit dem Zuckermais Kreuzbestäuben 😦

    LG
    Jacqueline

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  2. Schön zu sehen, dass diese Anbauweise der Maya tatsächlich funktioniert. Wir haben das dieses Jahr auch ausprobiert und das ging leider eher in die Hose. Das einzige, was wir wirklich super ernten konnten, waren die Bohnen. Der Mais hat mich schon beim Keimen großteils im Stich gelassen. Die Kürbisse sind zwar wunderbar gekeimt und anfangs auch super gewachsen, haben aber dann unter dem Mais-Bohnen-Dickicht einfach zu wenig Licht bekommen und haben somit nur zwei winzige Kürbisse hervorgebracht. Von vielen Kürbissorten hab ich gar nichts bekommen.
    Aber dein geglücktes Experiment macht mir Mut. Vllt. probiere ich das nochmal in veränderter Konstellation aus!

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    1. Oh, wie schade, dass es bei dir so in die Hose ging 😦 Ich war recht zufrieden, obwohl auch noch einiges zu verbessern wäre!! Der Mais muss definitiv vorgezogen werden, damit er groß genug für die Bohnen ist, wenn diese anfangen, draufloszukeimen! Die legen ja einen Blitzstart hin XD Dann würde ich auch nicht wieder Stangenbohnen nehmen, die hingen oben an den Maisstangen dann irritiert in der Luft herum und wollten eigentlich noch höher hinaus! Und von unseren Butternuts hat letztendlich auch nur eine von zwei Pflanzen überhaupt Früchte getragen – dafür aber gleich vier Stück 😀

      Mit dem Keimen beim Mais hatten wir bisher noch nie Probleme. Habt ihr ihn direkt ins Beet gesät? Wir haben ihn ja im letzten Jahr zum ersten Mal vorgezogen, auch das hat gut geklappt!

      Liebe Grüße!

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      1. Hallo,

        ich habe letztes Jahr zum allerersten Mal Mais angebaut. Dabei habe ich ihn vorgezogen (Ich ziehe fast alle meiner Pflanzen vor). Allerdings von 4 Sorten sind bei 3 Sorten lediglich eine Pflanze von jeweils 6 angesäten Körnern gekeimt, bei der 4. Sorte sind 2 von 6 Pflänzchen gewachsen. Ein echt ernüchterndes Ergebnis leider. Ich haber allerdings gelesen, dass es besser ist, den Mais einen Tag vorm Aussäen in Wasser zu legen. Das soll die Keimfähigkeit verbessern. Das werde ich dieses Jahr auf jeden Fall probieren.
        Liebe Grüße, Steffi

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      2. Das ist ja merkwürdig – wir hatten bei der Keimfähigkeit von Mais bisher noch nie Probleme 😕 Von Erbsen und Bohnen sagt man ja auch, dass es besser ist, sie einzuweichen – haben wir aber alles noch nie gemacht… Vielleicht ist bei uns die Erde oder die Luft einfach feuchter oder so 😀
        Ich bin gespannt, ob es bei dir nach dem Einweichen besser klappt 🙂

        Liebe Grüße!

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      3. Bei Erbsen und Bohnen habe ich auch noch nie Probleme gehabt. Die pflanz ich immer direkt in die Erde und gut is. Die wachsen quasi von allein. Ich probiers dieses Jahr mit dem Wässern beim Mais aus und berichte dann bestimmt in meinem Blog darüber 😉
        Lg, Steffi

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  3. Danke für Euer Fazit 🙂 Wir planen hier auch für ein Indianerbeet, der Mais wächst schon, butternuts auch. Ich bin gerade auf der Suche nach Maßangaben, da ich unsicher bin, in welchem Abstand die Pflanzen ins Beet kommen 😮
    Aber ich freue mich, dass ich dabei Deinen Blog gefunden habe, in den ich bestimmt nun öfter mal reinlesen werde 🙂 Liebe Grüße

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