Reif geboren

Heute ist es endlich so weit! Unser Nachwuchs ist reif 🙂 

Ich habe zwar wenig über die Schwangerschaft berichtet, dennoch hat sie in den letzten Monaten mein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt. Plötzlich nicht mehr bis zur Erschöpfung ackern? Mich nicht mehr so bewegen können, wie ich möchte? In den letzten Wochen jetzt kaum noch laufen können, ohne zu befürchten, dass das Kind bald herausfällt? Vieles hat sich schon so sehr verändert. Manchmal bin ich froh, wenn ich meinen Körper wieder für mich habe – und dann habe ich doch etwas Angst davor, dass das Kind tatsächlich bald zur Welt kommt! 

Ab der 37. Schwangerschaftswoche, die bei mir heute beginnt, gilt das Baby als „reif“ geboren! Es ist vollkommen fertig, alles dran, und es ist bereit für die Geburt! Unseres liegt bereits seit Monaten perfekt mit dem Köpfchen nach unten und hat sich in den letzten Tagen schon deutlich ins Becken abgesenkt! Es ist startklar 🙂 Wir warten einfach nur noch 🙂 

Spätestens Ende April sollten wir dann also zu dritt sein! Und uns dann erstmal in aller Ruhe an die neue Dreisamkeit gewöhnen! 

Angst vor der Geburt? Angst um meine Liebsten!

Oft werde ich gefragt, ob ich Angst habe vor der Geburt! Natürlich habe ich die… aber nicht, weil mir der Damm reißen könnte oder die Schmerzen zu stark werden. Darauf kann ich mich einstellen. Wovor ich Angst habe, ist dieses neue, kleine, zerbrechliche Leben! Ein Mensch, den es ohne uns nicht geben würde. Und so wehrlos, so abhängig von uns! Ich habe Angst davor, dass meine Liebe für dieses kleine Wesen so groß ist, dass ich mir nur Sorgen machen werde! Angst aber auch davor, dass ich meine eigenen Pläne und Träume aus den Augen verliere und mich mit Mitte 40 in einer waschechten Midlife-Crisis wiederfinde… ohne Job, ohne Perspektive, mit Kindern mitten in der Pubertät… Die größte Angst habe ich aber vor etwas ganz anderem!

Als Paar ein Kind bekommen

Noch nie habe ich irgendwo davon gelesen, dass andere werdende Mütter sich um ihren Mann sorgen. Die meisten scheinen voller Vorfreude oder höchstens besorgt um sich selbst und das Baby. Ich aber habe große Angst, unsere wundervolle Zweisamkeit aus den Augen zu verlieren. Ich habe Angst, zu vergessen, warum wir seit fast 10 Jahren ein wundervolles Team sind! Viele sehen unsere Beziehung als einen Glücksfall, als Geschenk, dass uns in den Schoß gefallen ist… War es vielleicht auch, aber an vielen Stellen war es auch harte Arbeit, mit Rückschlägen und auch Schmerzen verbunden! Seit 10 Jahren pflegen wir unsere Beziehung so gut und haben etwas Wunderbares aufgebaut! Wie werden wir mit dem dritten kleinen Eindringling klarkommen? Mit der Verantwortung, die beide übernehmen sollten und die doch oft so ungleich verteilt ist? Werden wir uns stillschweigend Vorwürfe machen und keine Zeit mehr haben, darüber zu reden? Werden wir es weiterhin schaffen, Abends Wein trinkend auf dem Fußboden Salate auszusäen? 

Die Zweisamkeit wird mir definitiv fehlen! Und doch bin ich mir sicher, dass die neue Dreisamkeit noch etwas viel Wunderbareres werden kann! Wir müssen sie nur ebenso gut pflegen, wie unsere Zweisamkeit bisher! 

Unser Baby ist jetzt also reif für die Geburt. Noch lange nicht reif für die Welt da draußen, aber reif für uns 🙂 Wir säen unterdessen weiter aus, ziehen auf der Fensterbank das kleine Gemüse groß und warten. Warten, dass irgendetwas passiert, dass ein lauter Knall unser Baby ankündigt oder irgendein großer Countdown beginnt 🙂 Wir warten auf einen Überraschungsmoment, der uns vielleicht vollkommen unerwartet und unpassend erwischt 🙂 Wir warten, dass unsere Zweisamkeit bald zu einer hoffentlich wunderbaren Dreisamkeit wird!

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15 Gedanken zu “Reif geboren

  1. Ich muss gestehen, dass ich mir vor der Geburt des Großen überhaupt keine Gedanken darüber gemacht habe, wie extrem verantwortlich ich direkt nach der Geburt (selbst noch nicht wieder im Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte) für das kleine, hilflose, abhängige Wesen sein würde. Das ist mir erst abends im Krankenhauszimmer aufgegangen: Besucher weg, Schwestern stellen auf Nachtbetrieb um, Nachbarbett war noch leer, ich war ganz allein mit dem Winzling und wusste doch selbst noch nicht, wie das jetzt alles läuft. Das hat mich „damals“ sehr überfallen. Wenn du dir dessen also jetzt schon bewusst bist, ist das bei allen Sorgen glaube ich schon ein ganz wertvoller Schritt!

    Ein anderer wertvoller Schritt, der mir dann bei der Geburt des Kleinen sehr geholfen hat, war die Geburt so zu nehmen, wie sie dann eben kam. Beim ersten Mal hatte ich noch sehr feste Vorstellungen (ich brauch keine Einleitung! ich bin stark und brauch auch keine PDA! ich möchte diese und jene Position nutzen! ich werde das Kind direkt nach der Geburt an die Brust nehmen! usw.), und als diese Vorstellungen sich dann nicht umsetzen ließen, fühlte sich das erstens wie Totalversagen an und hat mir (und sicher auch dem Zwerg) zweitens ganz unnötigen Stress bereitet – und das letzte, was man sich in der Situation selber machen sollte, ist Stress. Mein Tipp für alle werdenden Mütter ist deshalb: Klar, macht euch Gedanken, macht euch Pläne, aber wenn ihr die nicht durchziehen könnt oder aus medizinischen Gründen nicht durchziehen dürft, dann lasst die Pläne los und nehmt es, wie es kommt. Wer ein Kind auf die Welt gebracht hat, ist NIE eine Versagerin, auch wenn vielleicht alles anders geplant war!

    Entschuldige, jetzt habe ich schon wieder deinen Post an mich gerissen, um zu predigen. Ich bin jetzt still und wünsch euch einfach nur alles, alles Gute – für die letzten Wochen der Zweisamkeit, für die Geburt und ganz besonders auch für die aufregende, schlaflose, manchmal hilflose und trotzdem unendlich wertvolle Zeit danach!
    Christiane

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    1. Liebe Christiane,
      was für eine wundervolle Predigt 🙂 Danke dafür! Es tut sehr gut, anderer Menschen Erfahrungen und Gedanken dazu zu lesen!
      Große Pläne habe ich für die Geburt (aus den von dir genannten Gründen) gar nicht gemacht. Trotzdem habe ich natürlich so die eine oder andere Wunschvorstellung – ich bin gespannt, wie es dann tatsächlich kommen wird 🙂

      Liebe Grüße!

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  2. Schön geschrieben! 🙂 Unser Baby ist heute seit 9 Monaten auf der Welt und ich genieße es sehr! Aber deine Sorge um die Zweisamkeit habe ich auch gehabt und ich finde sie nicht unberechtigt. Und ich habe die Sorge heute auch noch, denn die Dreisamkeit ist wundervoll, aber die Zweisamkeit fehlt mir oft. Ich denke, daran sollten wir wieder mehr arbeiten. Ich danke dir für die Erinnerung und wünsche euch für die nächsten Wochen alles Gute!
    Liebe Grüße, Gesa

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  3. Mach dir wegen eurer zweisamkeit keine sorgen :-* die ersten Wochen wird es etwas weniger, aber da lernt ihr euren Schatz erstmal kennen. Wir haben ja sogar zwei! Unsere schlafen mittlerweile ab 18/19 Uhr in ihrem Zimmer. Danach sitzen mein Mann und ich gemütlich im Wohnzimmer, trinken auch mal gemütlich Wein und reden. Die Zeit wird auch bei euch wieder kommen. Vielleicht dauert es ein paar Wochen, aber sie wird wieder kommen. Ab und zu müssen wir zwar den ein oder anderem nochmal trösten oder füttern, weil durchschlafen noch nicht immer an der Tagesordnung steht. Aber wir haben dennoch Zeit für uns als Paar. Auch ihr werdet Zeit dafür finden!
    LG und ich wünsche dir eine Komplikationsfreie Geburt!
    Sabrina

    Gefällt 2 Personen

  4. Ohje, ist es schon so weit, Wahnsinn. Ich wünsche euch und vor allem dir alles Gute und eine problemlose Niederkunft.

    Was soll man in dieser Situation sagen? Einerseits finde ich es unschön, wie sehr um das Thema Geburt herum geheuchelt wird und die Frauen sich gegenseitig in die Tasche lügen, andererseits läuft es eben bei jeder komplett unterschiedlich und pauschalisieren kann man eh nicht.

    Wie es danach läuft, hängt ja sehr davon ab, wie man als Paar so gepolt ist und wo man seine Prioritäten setzt. Wir haben uns bewusst für Familienbett, Tragen und Langzeitstillen entschieden, wollten eine superfeste Bindung, Resilienz und Selbstbewusstsein für das Kind. Und wenn ich mir die Kinder in meinem Dunstkreis wo es anders lief so ansehe, dann bin ich heilfroh über unseren Weg. Aber das muss halt jeder nach seiner Facon machen. 🙂

    Natürlich ist nichts mehr so wie vorher, aber darum geht es doch auch. Aus einem Paar wird eine Familie. Bei manchen fügt es sich so ein, andere müssen arbeiten. Das weiss man alles erst nachher. 🙂

    Ich hätte mir im Rückblick nur gewünscht, dass ich irgendwie gewusst hätte, was nun machen mit dem Würmchen und der Verantwortung obwohl ich komplett kaputt war, ewig nicht geschlafen und einen Wehensturm hinter mich gebracht hatte. Man ist halt von jetzt auf gleich und für die nächsten X Jahre verantwortlich und muss die Situationen wuppen, die da kommen. Und die Theorie hört sich eh immer anders an als die Praxis – also lasst doch einfach den Großteil auf euch zukommen und vertraut auf eure gesunden Instinkte.

    Alles, alles Liebe, Oli

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    1. Liebe Oli,
      Wahnsinn, wie die Zeit vergeht, nicht wahr? Wo sind nur die 9 Monate hin 😀
      Aus einem Paar wird eine Familie – das hört sich schön an und ist ja auch genau unsere Entscheidung gewesen! Das Würmchen wird unser Leben bestimmt ganz schön auf den Kopf stellen, aber wir sind beide (neben der Angst) auch so voller Vorfreude! Also: kopfüber rein ins Abenteuer XD Eine andere Wahl haben wir jetzt eh nicht mehr, und selbst wenn, würden wir sie auch nie im Leben in Erwägung ziehen!!!

      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

      1. Genau 🙂 Eine andere Wahl habt ihr nun nicht mehr! Und das Baby ist nur einmal klein und braucht 24/7 Mama da stellt man dann die wichtigsten Weichen für die Zukunft des Kindes. … und wartet mal ab, wie die Zeit erst läuft, wenn das Kind da ist! Im Nu quatscht es euch in Grund und Boden und benutzt Totschlagargumente von denen ihr nicht wisst, wo es die nun wieder her hat, um euch rumzukriegen. Es ist wirklich spannend.
        Liebe Grüße,
        Oli

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  5. Alles Gute für die nächste Zeit und die Geburt! Ich drücke fest die Daumen, dass alles „flutscht“ und so eintritt, wie Du es Dir wünschst. Und dann bin ich gespannt, vielleicht hier das eine oder andere über Euer bestes „kleines Pflänzchen“ überhaupt zu erfahren!

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