Puffbohnen von April bis Juli – Ernte und Fazit

Das erste Beet im Garten ist schon abgeerntet! Das Puffbohnenbeet hat seine Hauptkultur erfolgreich absolviert und geht jetzt in die Nachkultur (Grünkohl 🙂 ). Gut, ein bisschen Schuld daran ist auch der Sturmschaden aus der letzten Woche, der die Bohnenpflanzen ziemlich ausgeknockt hat 😦 Aber auch ansonsten sind Puffbohnen ja sehr frühe Pflanzen, und theoretisch hätten wir sie sogar noch viel früher säen und ernten können! Aber nun erstmal zu unseren Erfahrungen:


Die ersten Wochen unserer Bohnen könnt ihr hier nachlesen 🙂

Die Anfang April gesäten Reihen keimten keine zwei Wochen später bereits fröhlich, sodass die Keimquote insgesamt bei guten 80% lag 🙂 Zu diesem Zeitpunkt war die erste Reihe bereits groß und kräftig! 

Anfang Juni war die erste Reihe dann schon nahezu erntereif!

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Puffbohnenbeet am 15. Mai 2016 – rechts die Pflanzen wurden Mitte März, die anderen erst Mitte April ausgesät
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Bohnenblüten 🙂 15. Mai 2016

 

Unbekanntes Schadbild – braune, schlaffe Blätter und tote Triebspitzen

Die anderen beiden Reihen wuchsen auch sehr gut, waren insgesamt aber irgendwie kraftloser als die früheren. Der viele Regen hat den Pflanzen wohl auch nicht unbedingt gut getan, jedenfalls sahen sie mir stark nach einer Art Pilzbefall aus:

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Manche Bohnenpflanzen bekamen braune, schlaffe Blätter und starben dann nahezu ab – 13. Juni 2016

Weiß jemand, was das ist? Von den später gesäten Bohnen ist dann im Laufe des Juni fast jede zweite Pflanze auf diese Art und Weise verkümmert, also mit braunen, kraftlosen Blättern und verkrüppelten Früchten. Die Triebspitzen schienen überhaupt keine Energie mehr zu haben und hingen nur noch schlaff herunter. Ich habe zu diesem Schadbild nirgendwo etwas gefunden – wegen der vielen Feuchtigkeit habe ich dann einfach auf eine Art Pilz geschlossen…

Stärkerer Läusebefall an später ausgesäten Bohnen

Außerdem waren die im April gesäten Bohnen deutlich stärker von Läusen befallen! Ein Tee aus Rhabarberblättern (einfach kleinschneiden, mit heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und dann die Blätter rausfischen), hat aber auch dagegen geholfen, sodass wir kaum Läusebefall an den Pflanzen hatten. Vielleicht gab es aber für Ameisen und Läuse angesichts dieser krüppeligen Pflanzen keinen Anreiz, sich niederzulassen 😦

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Bohnenbeet am 13. Juni – man sieht an manchen Pflanzen (vor allem in den beiden späteren Reihen, hier rechts im Bild), die vielen braunen Blätter!

 

Insgesamt lässt sich aber sagen: je früher, desto besser! Erstens haben wir früher etwas zu ernten, zweitens gefällt das auch den Pflanzen deutlich besser! Sie wachsen kräftiger und gesünder und fallen nicht so sehr den Ameisen und Läusen zum Opfer, die wohl erst später aktiv werden! Im nächsten Jahr müssen wir bestenfalls noch früher als Mitte März die ersten Bohnen unter die Erde bringen! Ich habe gelesen, dass bei einer Aussaat im Februar die Ernte bereits Anfang Juni abgeschlossen werden kann, was die beste Methode gegen den starken Läusebefall ist! 


 

Schlechtes Wetter – magere Ernte

Aufgrund dieser toten, braunen Blätter und der Schwäche der Pflanzen habe ich von den beiden späteren Reihen kaum etwas ernten können. Die gesamte Ernte des Jahres stammt also von der ersten Reihe, und auch hier wäre der Ertrag mit Sicherheit noch höher gewesen, hätte uns am Black Friday nicht golfballgroße Hagelkörner die Pflanzen zertrümmert 😦 So beschränkt sich die Ernte eines Jahres auf rund 300g… Etwas wenig für ein ganzes Beet und kaum genug für eine ganze Mahlzeit 😦 Im Nachhinhein glaube ich auch, dass ich die Bohnen zu jung geerntet habe! Aber der ständige Regen lässt mich etwas panisch werden, und bevor mir alles am Strauch vergammelt, ernte ich es lieber jung 😀 Nach dem Sturm sahen jedenfalls noch etliche Pflanzen mehr ziemlich ungesund aus, sodass ich von denen auch die Bohnen nicht mehr essen mochte und alles auf dem Müll gelandet ist. Sagt euch dieses Schadbild zufälligerweise etwas?

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Kranke Bohne… dahinter sieht man auch das kranke Laub 😦 So ging ganz schön viel von der Ernte drauf 😦 03. Juli 2016

 

Die Ernte selbst ist (wie bei Erbsen) relativ aufwendig, aber irgendwie auch meditativ 🙂 Hülse aufbrechen, Bohnen rauspulen, einfrieren 😀 Manche haben wir auch blanchiert, weil das den Geschmack besser konservieren soll… wir haben noch keine Erfahrung damit, deshalb machen wir (mit unserern 300g Bohnen :D) den Vergleich! Erst vorhin waren wir noch im Garten und haben die letzten Bohnen vom Strauch geerntet und danach die Bohnen vom Beet geschmissen. In den kommenden Tagen werden wir das Beet umgraben und das Unkraut rausschmeißen, bevor dann der Grünkohl dort einzieht 🙂

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Dicke Bohnen in ihrer Schote – 3. Juli 2016

 

Wie sind denn eure Erfahrungen mit Puffbohnen? Kann mir jemand mit den Schadbildern weiterhelfen? Und sind die Bohnen wirklich noch zu jung für eine Ernte, oder ist das so in Ordnung? Ich freue mich über eure Hilfe 🙂

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13 Gedanken zu “Puffbohnen von April bis Juli – Ernte und Fazit

  1. …ich lebe in Südfrankreich, also unter etwas anderen Witterungsbedingungen und habe jedes Jahr Saubohnen, Puffbohnen oder Feves, wie sie hier heißen. Meine Erfahrungen sind den Deinen ähnlich. Auch bei mir bekommen sie solch braune Blätter, aber nicht in einem Ausmaß, dass die Ernte wirklich darunter leiden würde. Ich tue nichts dagegen.
    Hier stecke ich die Bohnen schon im November oder Dezember. Sie sollen völlig frostunempfindlich sein. Ich kann es für hiesige Verhältnisse bestätigen. Die Temperaturen gehen schon mal bis -10° runter im Winter, aber nicht über eine längere Zeit. Stecke ich die Bohnen schon im Oktober, leiden die Pflanzen etwas bei starkem Frost, sie erholen sich aber wieder erstaunlich gut danach. Aus einem Samenkorn entwickeln sich meistens drei oder sogar vier Triebe gleich ab dem Boden.
    Ob sie auch den Winter in Deutschland überstehen würden, müsste man ausprobieren.
    Bei mir sind die Pflanzen kräftig und ich habe jedes Jahr eine reiche Ernte, auf etwa 4 m2 mehr als ich allein essen kann.

    Übrigens kann man die Bohnen auch etwas länger ausreifen lassen und dann zubereiten, indem man die einzelnen Bohnen noch einmal schält. Das macht natürlich viel Arbeit, ist aber sehr sehr lecker.

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    1. Hm, vielleicht werde ich das mal testen, sie im November oder Dezember zu stecken! Ab Februar geht das auch hier auf jeden Fall und wird sogar empfohlen, eben um den Läusen zu entkommen 😀

      Kommen die im Winter gesteckten schon früher als die im Frühjahr gesteckten? Oder ist der Unterschied nicht so groß?

      Liebe Grüße!

      Gefällt mir

      1. …je nach Witterung, und manche Jahre ist es bis Weihnachten noch recht mild, haben die Pflanzen bis Jahresende schon vier bis acht Blätter. Sie knicken dann etwas um, wenn der Frost zu stark war, erholen sich aber immer gut und wachsen bei milden Temperaturen weiter.
        Bohnen, die später gesteckt werden, kommen auch später, man hat dann eine spätere Ernte, aber sie sind dann voller Läuse und daher verzichte ich auf spätere Aussaaten.

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  2. Hallo!

    Zur Bestimmung von „Unkräuter“, „Schädlingen“ und Krankheiten habe ich mir die Apps von Bayer CropScience heruntergeladen. Such mal im App Store nach „Krankheiten“ und „Bayer“. Dort kann man dann nach Pflanzenarten sortiert die Krankheitsbilder suchen. Die Apps wollen im Endeffekt Chemiekeulen verkaufen, aber so weit muss man sie ja nicht nutzen. Zum Bestimmen finde ich sie ganz praktisch.

    Das Schadbild der Bohnen könnten demnach Brennflecken sein. Die Beschreibung passt auch. Aber das könnt ihr sicher besser identifizieren.

    Liebe grüße

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  3. Ich kann aufgrund meines oft zitierten Datenverlusts nicht mehr nachvollziehen, wann wir richtig früh gesäte Puffbohnen geerntet haben. Das Schaubild sagt mir nix aber wenn ich tippen müsste würde ich auf ein Feuchtigkeitsproblem mit entsprechenden Folgen setzen.
    Zu frühe Ernte finde ich im Falle der Puffbohne irgendwie besser als zu späte 🙂 die kann man dann doch echt nicht mehr essen oder?
    Insgesamt kenne ich die Pflanzen wichtiger und stabiler, kann an der Sorte liegen, am Boden oder an dem grandiosen Wetter. Ist eh kein Bohnenjahr soweit ich das für unsere Region bislang beurteile. So gar nicht. 😦
    LG Oli

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    1. Ja, das es kein gutes Bohnenjahr ist, scheint mir auch so 😦 Da es mein erstes ist, habe ich aber auch keinen Vergleich 😀 Mir sieht das auch stark nach Feuchtigkeitsschaden aus…

      Ich denke ich werde es im nächsten Jahr einfach nochmal genau so probieren und schauen, ob es (in einem hoffentlich nicht so nassen und hageligen Jahr) besser läuft 🙂

      Liebe Grüße!

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      1. Wir haben ja Nessie vorgezogen, aber die hat es nicht geschafft…. Jetzt wächst bei uns eine Käferbohne, die wir Tentakel-Bohne getauft haben. Mal sehen ob es auch mit einer Ernte klappen wird! 🙂
        Liebe Grüße
        AnDi

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  4. Oh, die armen Bohnen 😦 Das ist ja wirklich ärgerlich! Ich habe noch nie Puffbohnen gezogen, aber schon gekauft. Die dürfen ruhig noch größer werden. Allerdings muss man die einzelnen Bohnenkerne dann noch einmal schälen, was eine Menge Arbeit macht, aber es ist auch sehr lecker 🙂
    Deine Bohnen mochten bestimmt auch dieses schreckliche, nasse Wetter nicht 😦

    LG
    Jacqueline

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    1. Ohje, jeden einzelnen Bohnenkern nochmal schälen? Das ist ja wirklich ne Menge arbeit 😀 Dann ernte ich sie vielleicht doch besser jung 😉

      Ja, ich vermute auch, dass es am Wetter gelegen hat… sieht stark danach aus 😦 Aber was solls, ich werde es einfach im nächsten Jahr wieder probieren, und dann hoffentlich merken, ob es in einem (hoffentlich trockenen!) Jahr besser läuft 🙂

      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

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