Schlammschlacht mit Pferdeäpfeln

Bei einem Blick nach draußen, wird es den einen oder anderen sicherlich schaudern. Nasskaltes Wetter und kein bisschen Sonne… genauso dachten auch Hanni und ich, als es hieß: „Heute geht’s wieder ab zum Pferdehof!“.

Aber da dieses Wochenende das erste freie Wochenende seit langer Zeit war und auch vorerst das letzte freie Wochenende, das in Aussicht steht, bleiben wird, haben wir uns aufgerafft, um Pferdemist für unsere Beete zu holen. In diesem Beitrag möchte ich euch ganz gerne ein paar Eindrücke vermitteln, wie wir unser Frühbeet für die kommende Saison versetzt und vorbereitet haben 🙂

Kurz zur Theorie: 

Im Frühbeet werden schon ganz früh (!) im Jahr die ersten Salat- und Gemüsekulturen vor- und aufgezogen. Hierbei macht man sich einerseits die gewächshaus-artigen Eigenschaften des Frühbeets zu schaffen (viel Licht und Wärmeentwicklung durch Glas) zunutze. Andererseits wird etwa 40-50 cm unter der obersten Erdschicht eine Schicht Pferdemist eingebracht, die bei der Verrottung aktiv Wärme entwickelt und so die Saat zum Keimen anregt, das Wachstum stimuliert und vor Frösten schützt. 

Und damit das alles ein wenig plastischer wird, hier eine kleine Bilddokumentation:

1_alter Standort

Bild 1: Hier steht das selbstgebaute Frühbeet noch an seinem Standort der letzten Saison. Es hat uns wirklich gute Dienste geleistet, nur wollten wir den nun garen Boden, der auch im Vorjahr mit Pferdemist versetzt wurde, für eine starkzehrende Folgekultur freimachen. Diese Saison wird hieraus ein „normales“ Beet mit einer Milpa 🙂 Was das nun ist, werdet ihr sicherlich von uns erfahren, falls ihr das noch nicht wisst… Außerdem hat sich diese Stelle im Garten nicht als ideal für ein Frühbeet herausgestellt, da wir im letzten Februar/März beobachten konnten, dass in diese Ecke des Gemüsegartens erst mittags die ersten Sonnenstrahlen kommen… und das ist deutlich zu spät für frühe Kulturen. Es hat im letzten Jahr zwar alles super geklappt, aber nach wie vor wollen wir ja experimentieren!

1_neuer Standort

Bild 2: Hier ist der neue Standort! Direkt neben den Johannisbeeren (die übrigens schon die ersten Knospen kriegen) und somit nur 3-4 Meter vom alten Standort entfernt (im Hintergrund seht ihr das Frühbeet noch auf seinem Platz stehen). Hanni steht schon in den Startlöchern, um mit dem Graben des Loches zu beginnen…

1_Loch_Anfang

Bild 3: Attaaaacke!

1_Loch_Ende

Bild 4: Und da ich Hanni nicht den ganzen Spaß alleine machen lassen möchte, war ich dann schließlich auch mal an der Reihe… und ich kann euch sagen: ein Vergnügen ist das wirklich nicht, wenn der Boden so aufgeweicht ist, dass sich das neue Loch für das Frühbeet innerhalb von 5 Spatenstichen in ein Schlammloch verwandelt!

1_Äste

Bild 5: Und zack! Da wurde das Beet kurzerhand seiner alten Heimat entrissen und umgesetzt. Wen es interessiert: Der Rahmen des Frühbeets hat die Maße 90 x 130 cm. Hier sieht man schon den ersten Schwung an Ästen (der Himbeer-Schnitt), der immer als unterste Schicht eingebracht werden sollte. Darauf kommt nun ein großer Bottich voll mit frischem Pferdemist!

1_neuer_Mist

Bild 6: Wir haben insofern Glück, als dass wir immer Pferdemist mit möglichst wenig Stroh bekommen. Dieser große Haufen wird nun gleichmäßig verteilt und im nächsten Schritt mit Kompost überhäuft. 

1_Kompost

Bild 7: Diese Schicht an halbreifem Kompost schützt die Wurzeln der noch jungen und empfindlichen Pflänzchen vor der Hitze des verrottenden Mists und dient auch schon als Nährstoffspender und gibt im Laufe der Saison ausreichend Nährstoffe ab. Darauf kommen nun in einem folgenden Schritt noch eine Schicht des Erdaushubs und darauf noch etwa 100-150 Liter an Pflanzerde. Diese haben noch nicht aufgetragen, da wir auf gute Angebote der hiesigen Gartencenter im Februar warten wollen… wir haben da im letzten Jahr einiges an Geld sparen können. 

1_neu_aufgestellt

Bild 8: Hier steht das Frühbeet nun an seinem neuen Stammplatz. Den alten Platz haben wir in der Zwischenzeit auch mit einer Beetumrandung aus Holz umrahmt. Der restliche Erdaushub (im Bild ganz rechts) wird zum Teil noch wieder zurück ins Frühbeet gehen und auch sicherlich noch einen anderen Ort im Garten finden… Die Saison kann beginnen!

So, und was kommt da nun rein? Die ersten Aussaaten werden vermutlich wieder Kopfsalat (wahrscheinlich „Maikönig“ und „Victoria“) und Radieschen und andere kurze Kulturen werden, sodass wir im März/April schon die erste Ernte einfahren können!

Habt ihr noch Fragen an uns oder gute Tipps für uns? Anmerkungen und Erfahrungsberichte? Her damit! Wir sind dankbar für jede Art der Rückmeldung!

 

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4 Gedanken zu “Schlammschlacht mit Pferdeäpfeln

  1. Hallo Michael, danke für den ausführlichen Bericht, es ist wirklich gut, gleich die Bilder mit zu sehen 🙂
    Ich habe aber eine Frage, die sich auf die anderen Beete bezieht: Die Holzumrandung, habt ihr die einfach auf die Erde gestellt oder ist die richtig tief und fest verankert (wie tief?)?

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    1. Hallo Anne!

      Also die Holzumrandungen sind “verankert”: Die vier Holzleisten, mit denen die vier Seitenteile verbunden sind, ragen etwa 30-50 cm weiter unten raus und stecken dann entsprechend auch so tief im Boden. Aber da wir dieses Wochenende auch einige von denen umgesetzt haben, haben wir gemerkt, dass die viel zu lang sind. Eine Länge von 10 cm wäre ausreichend stabil. Und vielleicht wäre auch ein loses Legen der Umrandungen auf die Erde ausreichend.

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Gerne einfach weiterfragen wenn noch was unklar ist!
      Liebe Grüße, Michael 🙂

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